Landesfeuerwehrtag Ulm 2003
-von Ingrid Sonnleitner-


Im Urteil der Wertungsrichter

Für die Feuerwehrmusiker ist der Landesfeuerwehrtag immer auch eine besondere Herausforderung, finden doch die Wertungsspiele stattt. In der Unter-, Mittel- und Oberstufe stellten sich 18 Gruppen auf der Bühne im Kornhaus dem Urteil des Wertungsgerichts unter der Leitung von Josef Drixler. Die besten des Tages waren in der Oberstufe der Spielmannszug Laupheim, in der Mittelstufe der Spielmannszug Ulm-Lehr und in der Unterstufe der Spielmannszug Konstanz. Bei der Straßenwertung waren die Leistungen auf höchstem Niveau so eng beieinander, dass erstmalig drei erste Plätze vergeben wurden, und zwar an die Spielmannszüge aus Ochsenhausen, Renchen und Ortenberg (ausführlicher Bericht folgt in der nächsten Ausgabe der Brandhilfe).

 

Ganz neue Töne

Mit besonderer Spannung, vor allem von Musikerseite aus, wurde der Samstag abend erwartet mit der Aufführung des „Hohen Tags“, einer Suite in sechs Sätzen von F. Deisenroth für Blasorchester, Spielmannszug und Chor. Feuerwehrmusiker und –sänger aus dem gesamten Bundesland hatten sich über einen längeren Zeitraum zu wenigen gemeinsamen Übungsphasen getroffen, um für das musikalisch anspruchsvolle Stück zu einer Einheit zu finden. Unter der souveränen Leitung von Thomas Reiner versetzten die 110 Musiker die zahlreichen Zuhörer vor dem Schwörhaus an einem lauen Sommerabend ins 17. Jahrhundert zurück: der Hohe Tag zeichnet den Ablauf eines traditionellen Pfeifertages nach beginnend mit den „Ratsmusikanten auf dem Turm“ und der „Tagwacht“ über den Kirchgang ins „Münster“ mit anschließendem „Bankett“ und „Trillertanz“. In diesen Sätzen wechseln sich die Klangbildern aus Blasorchester und Spielmannszug spannungsvoll ab oder vereinen sich zu einem harmonischen Ganzen. Im letzten Satz schließlich, der „Nachtwache“, tritt der Chor mit dem Nachtwächterlied hinzu.

Die Musiker des Landesfeuerwehrverbandes haben mit dieser Konzertaufführung auf großartige Weise ihre musikalischen Qualitäten unter Beweis gestellt und wurden von den begeisterten Zuhörern mit minutenlangem Applaus belohnt.

 

Musik auf allen Plätzen

Was wäre ein Landesfeuerwehrtag ohne Musik? Das braucht man sich glücklicherweise nicht mehr zu fragen, denn inzwischen ist es schon Tradition, dass sich die Musikzüge am Wochenende auf den Plätzen der gastgebenden Stadt zu Platzkonzerten und spontanen Auftritten einfinden. So lag auch in Ulm Musik im wahrsten Sinne des Wortes in der Luft und die vielen Musiker spielten sich in die Herzen der Bevölkerung.

 

Feuerwehrposaunenchor im Münster

Die ökumenische Feier unter dem Motto „Abgefackelt – ausgebrannt? Der Glaube: Rettungskorb für Rettungskräfte“ bot die Gelegenheit zu innerer Einkehr und Besinnung. Von Michael Leutenecker initiiert fanden sich Bläser aus verschiedenen Feuerwehren zusammen, um die musikalische Gestaltung zu übernehmen.

Juli 2003